6. September 2018
Man könnte meinen, das Konzept eines Flugtaxis sei zum jetzigen Zeitpunkt einfach zu futuristisch und utopisch, um ernsthaft in Betracht gezogen zu werden. Ja, autonome Fahrzeuge (AVs) und Elektroantriebe werden langsam Realität, aber es wird sicherlich noch eine Weile dauern, bis wir in Flugtaxis durch die Lüfte sausen. Wie nah ist ein Unternehmen tatsächlich daran, einen Flugtaxi-Dienst anzubieten?
Die Antwort darauf lautet: näher, als man denkt. Auch wenn sich die Taxibranche nicht von heute auf morgen wandeln wird, investieren einige finanzstarke Großunternehmen in das Konzept der Flugtaxis, weshalb es ein Fehler wäre, diese Idee gänzlich abzulehnen.
Ein Unternehmen, das massiv in Flugtaxis investiert, ist den Taxiunternehmen zweifellos bestens bekannt: Uber. Das Mitfahr-Startup hat die Taxiindustrie grundlegend verändert, und wenn man dem ganzen Hype und den Pressemitteilungen Glauben schenken darf, steht es erst am Anfang.
Uber investiert nicht nur massiv in selbstfahrende Autos und geht Partnerschaften mit einigen der der größten Automobilhersteller der Welt, sondern scheint auch fest entschlossen zu sein, in das Geschäft mit fliegenden Taxis einzusteigen. Das Luftfahrtangebot wird, wie zu erwarten, den Namen UberAIRheißen und wird Flugzeuge mit vertikaler Start- und Landefähigkeit (VTOL) einsetzen. Auch wenn man diese kleinen Flugzeuge nicht wirklich als „fliegende Autos“ bezeichnen kann, scheinen sie dennoch sehr gut dafür geeignet zu sein, Menschen in einer verstopften Stadt von A nach B zu befördern. Das Unternehmen hat sich für die Entwicklung seiner Flugzeuge mit Karem, Embraer, Pipistrel, Bell und Aurora Flight Sciences (einer Tochtergesellschaft von Boeing) zusammengetan.
Das Erstaunlichste an diesem ganzen Vorhaben ist, dass Uber plant, UberAIR in aller Kürze auf den Markt zu bringen. Das Unternehmen will bis 2020 sogenannte „Demonstrationsflüge“ durchführen und bis 2023 den vollständigen kommerziellen Betrieb aufnehmen. UberAIR wird in Dallas, Los Angeles und einer dritten internationalen Stadt starten, die noch festzulegen.
Ein weiterer bekannter Name, der sich für die Idee der Flugtaxis interessiert, ist Larry Page, Mitbegründer von Google. Page hat ein Unternehmen namens Kitty Hawk gegründet – benannt nach dem Strand in North Carolina, an dem die Gebrüder Wright erstmals abhoben –, das autonome Flugtaxis baut, die zwei Personen mit einer Geschwindigkeit von rund 180 km/h befördern können. Das Fluggerät ist eine kleine Mischung aus Flugzeug, Hubschrauber und Drohne namens Cora, die senkrecht starten kann, aber auch über einen Propeller am Heck verfügt, um die Geschwindigkeit zu erhöhen.
Kitty Hawk hat rund acht Jahre gebraucht, um die Cora zu entwickeln, doch nun ist das Flugzeug bereit für das Zulassungsverfahren, das in Neuseeland stattfinden wird. „Nach acht Jahren, in denen wir uns einigen der größten Herausforderungen der Luftfahrt gestellt haben, ist dieser Traum einen Schritt näher gerückt“, heißt es auf der auf der Kitty-Hawk-Website . „Bei Cora geht es nicht nur ums Fliegen. Bei Cora geht es um die Zeit, die Sie sparen könnten, wenn Sie über den Verkehr hinweggleiten. Um die Menschen, die Sie besuchen könnten. Um die Momente, die Sie bewegen.“
Die Vorstellung, über eine App ein Flugtaxi zu bestellen und über den Straßen der Stadt zu schweben, hat zweifellos ihren Reiz. Auch wenn es schwer vorstellbar ist, dass dies in den nächsten ein oder zwei Jahren alltäglich werden wird, sind einige namhafte Unternehmen fest entschlossen, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Nicht nur Kitty Hawk und UberAIR machen in diesem Bereich Fortschritte. In Dubai fand bereits der ersten Testflug eines unbemannten Fluggeräts über der Stadt durchgeführt, und sogar Rolls-Royce beschlossen, ein Flugtaxi zu bauen – und zwar bis Anfang der 2020er Jahre.
Die Taxiindustrie ist natürlich an Wettbewerb gewöhnt – und im Großen und Ganzen mag der Aufstieg der Flugtaxis als das geringste Problem der Taxiunternehmen erscheinen –, doch wäre es ein Fehler, mögliche Umwälzungen als zu unrealistisch abzutun, zumal große Unternehmen bereits Millionen investieren und eine Markteinführung in den nächsten Jahren anstreben. Schließlich geht eine Umwälzung oft nicht von den bekannten Konkurrenten aus, sondern von unerwarteten Innovationen, die im Verborgenen lauern.
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Bild: Pickard Chilton / Arup
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