2. Juli 2018
In der heutigen Welt, in der Systemverbesserungen rasant und technologiegetrieben voranschreiten, ist es gang und gäbe, dass die Lösung einer Branche Chancen für die benachbarte Branche eröffnet. Der Paratransit – also der Nahverkehr für Menschen mit eingeschränkter Mobilität – ist ein Teilbereich des Nahverkehrs, der technologische Trends nutzt, um seinen Kunden einen besseren Service zu bieten. Ein verwandtes Feld, das bereit ist, in die Fußstapfen des Paratransit zu treten, ist das Notfallmanagement: Beide Branchen konzentrieren sich auf Mobilität und vielfältige Bevölkerungsgruppen und stehen vor Herausforderungen in Bezug auf Budgets und flexible Instrumente.
Die Nutzung von Paratransit-Diensten nimmt zu. Allein in den Vereinigten Staaten wurden 2013 mit Paratransit-Diensten verzeichnet. Paratransit-Dienste können von öffentlichen Stellen mit Bussen oder Kleinbussen oder von privaten Unternehmen angeboten werden, die Taxis als Paratransit-Dienstleister beauftragen. In den Niederlanden und Schweden beispielsweise machen beauftragte Taxis für Paratransit-Dienste 60 % des Taximarktes aus.
Das Katastrophenmanagement ist die staatliche Aufgabe, die in der Regel dafür zuständig ist, einen Rahmen zu schaffen, der Städte und Länder auf den Umgang mit Notfällen vorbereitet. Zu dieser Art von Management gehören die Vorbereitung auf Katastrophen, die Minderung ihrer potenziellen Auswirkungen und die Bewältigung ihrer Folgen. Da Katastrophen offenbar immer häufiger auftreten, gewinnt das Katastrophenmanagement mehr denn je an Bedeutung.
Angesichts der zahlreichen technologischen Entwicklungen und Innovationen im Bereich des bedarfsorientierten Personentransports finden Sie hier drei wichtige Erkenntnisse, die Katastrophenschutzbeauftragte nutzen können, um die Effizienz ihrer Katastrophenhilfe zu verbessern.
Wenn es darum geht, Kunden mit Behinderungen einen schnellen und bequemen Nahverkehrsservice zu bieten, ist der bedarfsorientierte Nahverkehr (DRT) die Methode der Wahl. DRT ist eine Kombination aus traditionellen öffentlichen Nahverkehrssystemen und privat organisierten Taxidiensten. Für die Organisation dieser Mischung aus Routen, Fahrzeugen und Fahrplänen ist ein äußerst flexibles und robustes Dispositionssystem erforderlich. Softwarelösungen wie ADEPT und MobiRouter sind für diese komplexe Aufgabe konzipiert. Diese Art von Dispositionslösungen weisen den Weg in eine reaktionsfähige Zukunft, in der die Reaktion auf eine Katastrophe das gleiche Maß an Geschwindigkeit und Flexibilität aufbringen kann wie ein DRT-System. Für das Notfallmanagement könnte dies beispielsweise eine Software sein, die einen Tornado vorhersagt und es den Verantwortlichen ermöglicht, lokale Busse, Züge, Rettungsfahrzeuge und Taxis zu koordinieren, um einen zeitnahen Transport aus der Gefahrenzone zu gewährleisten.
Regierungen greifen zunehmend auf private Unternehmen zurück, um Lücken in ihren bestehenden Nahverkehrs- und Paratransit-Angeboten zu schließen. San Francisco Paratransit bietet Reisenden eine Debitkarte für Taxifahrten, während Montréals Transport Adapté in Montréal ergänzt seine Flotte von 86 Kleinbussen durch 275 barrierefreie Taxis und 1.000 Standardtaxis. Für das Notfallmanagement könnte die Sharing Economy neue Lösungen für die Herausforderung des Notfalltransports bieten. So begann Uber beispielsweise während des Hurrikans Irma, kostenlose Fahrten zu Notunterkünften für Menschen im Weg des Hurrikans an, und Sanibel Taxi stellte einen kostenlosen Service für die Bewohner von Sanibel Island, das im Weg des Hurrikans lag, während der Aufräumarbeiten an. Die Einbindung privater Transportanbieter zur Stärkung sowohl des Behindertentransports als auch der Notfallhilfe kann die bestehende Hilfsinfrastruktur entlasten.
Bislang mussten Fahrten mit dem Behindertentransport in der Regel lange im Voraus per Telefon oder E-Mail reserviert werden, wodurch der spontane Charakter des Reisens, den nicht behinderte Kunden genießen, verloren ging. Um dieses Problem zu lösen, setzen Anbieter von Behindertentransporten auf hochentwickelte Apps, um flexible und reaktionsschnelle Lösungen zu schaffen. Heutige Mobilitäts-Apps ermöglichen sofortige Reservierungen und verfolgen Fahrzeugstandorte live per GPS. Ähnlich konzipierte Katastrophenhilfe-Apps sind unverzichtbare Werkzeuge, um Standorte von Notfällen, Hilfsstationen und Notunterkünften zu melden und gleichzeitig Rettungsfahrzeuge sowie lokale Hilfsmaßnahmen zu verfolgen. Bestehende Lösungen – wie die mobile App und die Disaster Alert™– machen in diesem Bereich Fortschritte, doch es gibt noch noch Raum für Verbesserungen. Einfach zu bedienende Apps, die von Katastrophen betroffenen Bürgern helfen, Rettung anzufordern, sind noch in der Entwicklung.
Viele der Herausforderungen, mit denen die Paratransit-Branche konfrontiert ist, wirken sich auch auf den Bereich des Katastrophenschutzes aus. Dazu zählen insbesondere knappe Haushaltsmittel und kritische Reaktionszeiten. Big Data, das Internet der Dinge und KI verändern den öffentlichen Nahverkehr im Allgemeinen – und den Paratransit im Besonderen –, und diese Fortschritte können Notfallmanagern dabei helfen, Leben zu retten. Ob durch die genaue Erfassung des Aufenthaltsorts von Menschen im Notfall und eine schnellere Erreichbarkeit oder durch die Bereitstellung von Sammelpunkten und die Verbreitung von Anweisungen: Zukunftsorientierte Notfallmanager können die neuesten Technologien und gemeinsame Lösungen nutzen, um die Arbeit der Katastrophenhilfe zu optimieren.
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Bild: Shutterstock / Schwarzlachs
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