Wie Seattle sein öffentliches Verkehrssystem auf Vordermann bringt

Verfasst von DDS Wireless

21. Dezember 2018

Die Stadt Seattle ist eine der beliebtesten und am schnellsten wachsenden Städte der Vereinigten Staaten. Seit fünf Jahren in Folge zählt sie zu den vier Städten mit dem stärksten Bevölkerungswachstum; seit 2010 ist die Einwohnerzahl um mehr als 114.000 gestiegen. Angesichts der starken Wirtschaft der Stadt, der Konzentration hochbezahlter Arbeitsplätze im Technologiesektor sowie der hohen Qualität des Bildungs- und Gesundheitswesens ist es keine Überraschung, dass die Stadt wächst. Doch welche Auswirkungen hat diese Beliebtheit auf das Verkehrssystem von Seattle? Und wie reagieren die Verantwortlichen auf die daraus resultierenden Herausforderungen im Nahverkehr?

Wachstumsschmerzen

Aufgrund des rasanten Bevölkerungswachstums sind die Straßen von Seattle mittlerweile für ihre Staus bekannt. Laut dem „Global Traffic Report Card“ belegt Seattle unter den 25 am stärksten verstopften Städten der USA den neunten Platz. Als UPS, ein Innovator im Transportwesen, erwägt den Verzicht auf Fahrzeuge zugunsten von Dreirädern erwägt, um Staus in der Stadt zu vermeiden, liegt offensichtlich ein Problem vor.

Seattle hat verschiedene Ansätze verfolgt, um seine Verkehrsprobleme in den Griff zu bekommen. An erster Stelle steht dabei, die Menschen dazu zu bewegen, das Auto stehen zu lassen und auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. In den meisten amerikanischen Städten sind die Fahrgastzahlen im öffentlichen Nahverkehr rückläufig. Nicht so in Seattle, wo der größte Anstieg der Fahrgastzahlen Zuwachsrate im Vergleich zu allen anderen großen Ballungsräumen in den USA verzeichnet. Hier sind drei einfache Strategien, die King County Metro, Seattles Verkehrsbetriebe, anwendet, um Autofahrer dazu zu bewegen, auf das Auto zu verzichten.

1. Service an erster Stelle

Die Beschleunigung des öffentlichen Nahverkehrs ist eine Strategie, mit der Seattle Pendler dazu bewegen will, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Ein Weg, dies zu erreichen, ist die Einrichtung einer „Transit Mall“ – ein Konzept, bei dem bestimmte Straßen vollständig für den normalen Verkehr gesperrt werden, sodass Busse ungehindert fahren können, ohne mit Staus und Ampeln zu kämpfen. Wenn Busse Vorrang vor Autos haben, kommen sie schneller voran, und Pendler entscheiden sich viel eher für den öffentlichen Nahverkehr als für ihr eigenes Auto.

2. Verbesserung des Zugangs

Auffällige, teure Lösungen wie Hochgeschwindigkeitsbahnstrecken können zwar viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sind jedoch geografisch begrenzt und erreichen nur eine begrenzte Anzahl von Menschen. In Seattle hat sich King County Metro stattdessen darauf konzentriert, Geld in den Ausbau eines dichten Busverkehrsnetzes auf ein größeres geografisches Gebiet zu investieren. So stieg beispielsweise zwischen 2015 und 2017 der Anteil der Einwohner Seattles, die weniger als 10 Gehminuten von einer Bushaltestelle entfernt wohnen, an der ein Bus alle 10 Minuten oder öfter hält, von 25 % auf 64 %. Es ist ein unkomplizierter Ansatz, der sich bewährt hat und besonders wichtig ist, wenn es darum geht, Verkehrswüsten , in denen Pendler einfach keinen ausreichenden Zugang zu regelmäßigen und zuverlässigen Verkehrsverbindungen haben.

3. Die Öffentlichkeit mit ins Boot holen

Die Finanzierung stellt für viele Verkehrsbetriebe eine große Herausforderung dar. Wie können Verkehrsbetriebe angesichts zunehmender Haushaltskürzungen ein Dienstleistungsniveau bieten, das den Bedürfnissen der Kunden gerecht wird? Seattle hat den mutigen Schritt gewagt, die Wähler zu bitten, Verbesserungen im Nahverkehr durch Steuererhöhungen zu finanzieren. Die Öffentlichkeit um freiwillige Beiträge zur Finanzierung des Nahverkehrs zu bitten, kann zwar zum Scheitern führen, wie Beispiele aus Städten wie Nashville, Tennessee und Vancouver, British Columbia, haben die Wähler in Seattle mehrere Steuererhöhungen zur Finanzierung des Nahverkehrs genehmigt. Seattles Verkehrsbetriebe konnten die Wähler erfolgreich davon überzeugen, dass der Nahverkehr eine unverzichtbare Dienstleistung und keine optionale ist. Sogar private Unternehmen wie Amazon unterstützen den Nahverkehr in Seattle und haben kürzlich 1,5 Millionen Dollar beigesteuert.

Dem Beispiel Seattles folgen

Verkehrsbetriebe sowohl in den USA als auch im Ausland sollten sich Seattle zum Vorbild nehmen, um zu erfahren, wie man angesichts wachsender Anforderungen und zunehmender Komplexität ein effektives Nahverkehrssystem bereitstellt. Unabhängig davon, ob Ihre Stadt mit einem ebenso einschneidenden Bevölkerungsanstieg wie Seattle konfrontiert ist oder nicht, müssen Verkehrsbetriebe die folgenden Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass ihr Verkehrsangebot alle Fahrgäste anspricht:

  1. Den öffentlichen Nahverkehr in den Vordergrund stellen: Machen Sie den öffentlichen Nahverkehr zur ersten Wahl für Pendler, indem Sie Bussen Vorrang vor Autos einräumen.
  2. Denken Sie clever, nicht groß: Sie müssen nicht unbedingt riesige Infrastrukturprojekte durchführen, um Ihren Kundenstamm zu vergrößern. Die Einführung häufigerer Busverbindungen in einem größeren Stadtgebiet ist eine bewährte Methode, um die Fahrgastzahlen zu steigern.
  3. Seien Sie kreativ bei der Finanzierung: Verkehrsbetriebe müssen sich für die von ihnen angebotenen Dienstleistungen stark machen. Kommunizieren Sie klar und deutlich und scheuen Sie sich nicht, um Unterstützung zu bitten.

Das Beste an den Methoden aus Seattle ist, dass sie transparent und umsetzbar sind. Verkehrsbetriebe sollten darauf achten, flexibel und kreativ zu bleiben und sich auf das zu konzentrieren, was vor Ort am besten funktioniert. Mit dieser Einstellung und den aktuellen Erkenntnissen aus Seattle wird der öffentliche Nahverkehr in Ihrem Zuständigkeitsbereich sicherlich an Beliebtheit gewinnen.

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Bild: Shutterstock / Ceri Breeze

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