8. Juni 2018
Europa gilt seit langem als Vorreiter im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs. Dank kompakter, lebenswerter Städte, in denen die Anbindung an das Verkehrsnetz im Vordergrund steht, sind die europäischen Verkehrssysteme gut ausgebaut und effizient. Ob man nun mit Hochgeschwindigkeitszügen zwischen Städten hin- und herfährt oder mit dem Bus in autofreie Stadtzentren oder das Radfahren auf sicheren, eigens dafür vorgesehenen Radwegen – Europa steht im öffentlichen Nahverkehr bereits weltweit an der Spitze. Doch die bevorstehende Einführung autonomer Fahrzeuge wird die Art und Weise, wie Städte Menschen befördern, grundlegend verändern. Wie gut ist Europa also gerüstet, um autonome Fahrzeuge in das Verkehrssystem zu integrieren?
Europa ist Vorreiter, indem es den Schwerpunkt der Automatisierung von Privatfahrzeugen auf den öffentlichen Nahverkehr verlagert und dafür sorgt, dass die Zukunft der Automatisierung allen offensteht. Hier sind die drei wichtigsten Trends in der europäischen Landschaft des autonomen Nahverkehrs.
Wenn viele Nordamerikaner an autonomes Fahren denken, kommen ihnen sofort die Vorbilder aus dem Silicon Valley in den Sinn, wo private Unternehmen wie Tesla und Google luxuriöse autonome Limousinen testen, die .. In Europa sieht die Sache anders aus: Die Tests mit autonomen Fahrzeugen sind weniger glamourös und konzentrieren sich stattdessen auf Nutzfahrzeuge, die für den Transport mehrerer Personen ausgelegt sind. In Berlin werden beispielsweise kantige und schlicht aussehende Fahrzeuge mit Platz für 12 Passagiere als Option für den öffentlichen Nahverkehrgetestet. Projekte dieser Art sind wichtig, um sicherzustellen, dass autonome Technologie nicht auf extravagante Privatfahrzeuge beschränkt bleibt – ein potenziell gefährlicher Trend in der Revolution der autonomen Fahrzeuge.
In den Vereinigten Staaten hat das Fehlen einer einheitlichen Regulierung zu einem Flickenteppich an Vorschriften für die Erprobung autonomer Fahrzeuge geführt. Da es keinen Konsens auf Regierungsebene gibt, haben private Unternehmen die Vorreiterrolle in der autonomen Fahrzeugbranche übernommen, was dazu geführt hat, dass der Schwerpunkt auf privaten autonomen Fahrzeugen . In Europa hingegen arbeiten die Regierungen zusammen, um die Technologie für fahrerlose Fahrzeuge zu regulieren und in den öffentlichen Nahverkehr zu integrieren. Im vergangenen Jahr vereinbarten 26 europäische Länder eine Zusammenarbeit bei der Erprobung autonomer Technologien, darunter automatisierte Kleinbusse. Im Rahmen dieser Vereinbarung haben Frankreich und Deutschland beschlossen, einen grenzüberschreitenden Korridor für autonome Testfahrten zu errichten und damit den Weg für die Integration eines internationalen autonomen öffentlichen Nahverkehrs zu ebnen.
Wenn eine Regierung bei der Erprobung autonomer Fahrzeuge eine Vorreiterrolle übernimmt, verändert dies den Charakter des Angebots und erweitert die Zielgruppe. In den USA sind Unternehmen wie Waymo, Tesla, BMW und Mercedes-Benz die Hauptakteure, die autonome Fahrzeuge auf amerikanischen Straßen testen. Das Ziel dieser Unternehmen ist es, Fahrzeuge zu verkaufen und Gewinne zu erzielen, was voraussichtlich zu einem Anstieg der zurückgelegten Fahrzeugkilometer , sobald autonome Fahrzeuge für die Öffentlichkeit freigegeben werden. Der europäische Ansatz bei den Tests betrachtet autonome Technologie als öffentliche Einrichtung, wobei sowohl Regierungen als auch Universitäten gemeinsam an Lösungen arbeiten. Dieser Ansatz führt zu Projekten wie mySMARTLife, einer von der Europäischen Union finanzierten Initiative, die kurz vor der öffentlichen Einführung autonomer Shuttlebusse in Finnland steht. Darüber hinaus beteiligen sich Universitäten an der Forschung im Bereich der fahrerlosen Technologie, was zu innovativeren Verkehrslösungen führt. Zum Beispiel autonome Boote bald auf den Kanälen von Amsterdam.
Smart Cities benötigen weniger private autonome Fahrzeuge als vielmehr autonome Nahverkehrslösungen. Ob autonome Carsharing- und Taxidienste oder fahrerlose Busse – der autonome Nahverkehr ist der Weg, um einer möglichst großen Zahl von Kunden Transportlösungen anzubieten. Der Rest der Welt kann sich an den zentralen Grundsätzen Europas für den autonomen Nahverkehr orientieren.
Insgesamt behält Europa seine Position als weltweit führender Verkehrsknotenpunkt bei, selbst wenn man die autonome Fahrtechnik mit einbezieht. Die aus Europa gewonnenen Erkenntnisse müssen nun umgesetzt werden, um sicherzustellen, dass der Rest der Welt nicht ins Hintertreffen gerät, während die autonome Fahrtechnik unsere Art der Fortbewegung verändert.
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Bild: Shutterstock / Fotos von D
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